«الأشياء القديمة لم تُهزم ببساطة ولم تمت، فالإنسان… ليس من اليوم فقط.»
— بوتو شتراوس، من مقال «نشيد التيوس المتصاعد» (Der Spiegel، 8 فبراير 1993)
في مقاله «نشيد التيوس المتصاعد»، يرسم بوتو شتراوس صورة عميقة للأزمة الثقافية في ألمانيا المعاصرة، مؤكداً أن الهوية والوعي التاريخي يمثلان العمود الفقري لبقاء الأمة الثقافية. فهو يرى أن الجذور الثقافية والتاريخية لا يمكن اختزالها في الحاضر الزائل، وأن إدراك الماضي وفهمه هما شرط أساسي لفهم الذات والجماعة.
ويحذر شتراوس من أن العقلانية الليبرالية الحديثة قد فقدت القدرة على فهم الغيرية الحقيقية وعمق الثقافة، مشيرًا إلى أن المجتمع المعاصر «يقلص كل شيء إلى الترفيه والسطحية… لم يعد هناك خصم حقيقي بعد الآن»، وهو ما يضعف الأمة في مواجهة تحدياتها الثقافية والحفاظ على إرثها.
وبخصوص قضية «الذنب الألماني»، يقدم شتراوس موقفاً دقيقاً، منتقداً ما يسميه «تحويل الذنب إلى هوية مستمرة»:
«تحويل الشعور بالذنب إلى جدول دائم من التوبيخ يبدّد المساحة التي تحتاجها الثقافة لفهم ذاتها، ويحوّل الماضي إلى عقوبة بلا نهاية.»
من هذا المنظور، لا يُعد الذنب جوهر الهوية الألمانية، بل أداة قد تُضعف الأمة إذا أُسرفت في استخدامها.
الثقافة تحتاج إلى وعي تاريخي حر من التوبيخ المستمر، لتحويل الماضي إلى قوة معنوية وحضارية، بدل أن يصبح عبئًا على الوعي الجمعي.
عند نشر المقال في 8 فبراير 1993 في مجلة Der Spiegel، أثار جدلاً واسعاً، إذ واجه القراء منظوراً غير مريح للأزمة الثقافية والهوية الوطنية، بعيداً عن الخطابات التقليدية حول الذنب والتوبة. تمنح هذه الجرأة النص قيمة دائمة، إذ تدفع القارئ للتفكير في كيفية الحفاظ على العمق الثقافي والروحي للأمة دون الانغماس في السطحية أو الاستسلام للذنب التاريخي المطلق.
يعكس المقال الألم الثقافي والاضطراب الذي يعانيه الإنسان المعاصر في «عصر فقدان الجذور والعمق الروحي». إنه نداء للحفاظ على الثقافة والهوية كأساس للحياة الجماعية، مع التأكيد على أن الوعي بالتراث واللغة والتاريخ يمنح الأمة قوتها الحقيقية واستمراريتها. في الختام، يقدم شتراوس رسالة فلسفية واضحة : الأمة القوية ثقافياً هي التي تستعيد وعيها بنفسها وبماضيها، لتبني المستقبل على فهم عميق وصلب، لا على التوبيخ المستمر أو السطحية العابرة.
▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️▪️
«Die alten Dinge wurden nicht einfach besiegt und sind nicht gestorben, der Mensch… ist nicht erst seit heute.»
— Botho Strauß, aus dem Essay «Anschwellender Bockgesang» (Der Spiegel, 8. Februar 1993)
In diesem Essay zeichnet Botho Strauß ein komplexes Bild der kulturellen Krise im zeitgenössischen Deutschland, wobei er «Identität und historisches Bewusstsein als zentrale Elemente des Fortbestehens einer kulturellen Nation» hervorhebt. Er betont, dass «kulturelle und historische Wurzeln nicht auf die flüchtige Gegenwart reduziert werden können» und dass das Verständnis der tiefen Vergangenheit eine Voraussetzung ist, um das Selbst und die Gemeinschaft zu verstehen.
Strauß weist darauf hin, dass die «moderne liberale Rationalität die Fähigkeit verloren hat, das echte Andere und die kulturelle Tiefe zu erfassen». Er warnt außerdem, dass die moderne Gesellschaft «alles auf Unterhaltung und Oberflächlichkeit reduziert… Es gibt keinen echten Gegner mehr», wodurch die Fähigkeit der Nation geschwächt wird, ihre kulturellen Herausforderungen zu meistern und ihr Erbe zu bewahren.
Zur Frage der «deutschen Schuld» nimmt Strauß eine präzise, indirekte Position ein und kritisiert, was er als «die absolute Umwandlung von Schuld in eine kontinuierliche Identität» bezeichnet:
«Die Umwandlung des Schuldgefühls in einen ständigen Strafkalender raubt den Raum, den die Kultur braucht, um sich selbst zu verstehen, und verwandelt die Vergangenheit in eine Strafe ohne Ende.»
Aus dieser Perspektive wird Schuld nicht als Kern der deutschen Identität verstanden, sondern als ein Instrument, das die Nation schwächen kann, wenn es übermäßig eingesetzt wird. Kultur benötigt ein «historisches Bewusstsein frei von ständigem Tadel», um die Vergangenheit in «geistige und zivilisatorische Stärke» umzuwandeln, statt sie zu einer Bürde für das kollektive Bewusstsein zu machen.
Bei der Veröffentlichung am 8. Februar 1993 im Der Spiegel löste der Essay breite Debatten in der deutschen Kulturszene aus. Die Leser wurden mit einer unbequemen Perspektive auf die nationale und kulturelle Identitätskrise konfrontiert, fernab der traditionellen Diskurse über Schuld und Buße. Diese mutige Analyse verleiht dem Text dauerhaften Wert, da sie den Leser dazu auffordert, darüber nachzudenken, «wie eine Nation ihre kulturelle und geistige Tiefe bewahren kann, ohne in Oberflächlichkeit oder absolute historische Schuld zu verfallen».
Der Text reflektiert den kulturellen Schmerz und die Verunsicherung des zeitgenössischen Menschen in einem «Zeitalter des Verlustes von Wurzeln und geistiger Tiefe». Es ist ein «Appell, Kultur und Identität als Grundlage des gemeinschaftlichen Lebens zu bewahren», wobei betont wird, dass «Bewusstsein für Tradition, Sprache und Geschichte der wahren Kraft und Beständigkeit einer Nation zugrunde liegt». Schließlich vermittelt Strauß eine klare philosophische Botschaft: «Eine kulturell starke Nation ist jene, die ihr Bewusstsein für sich selbst und ihre Vergangenheit wiedererlangt, um die Zukunft auf einem tiefen, fundierten Verständnis aufzubauen, nicht auf permanentem Tadel oder flüchtiger Oberflächlichkeit.»
